Sonntag, 3. August 2025

Jubiläm: 25 Jahre Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf e.V.

Die Stabkirche auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf (Foto Leisner) 

Der Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf e.V. hat 12.Juni ein großes Jubiläumsfest anläßlich seines 25jährigen Bestehens gefeiert. Wir vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. gratulieren natürlich sehr herzlich und freuen uns, dass dazu im Stadtblatt ein ausführlicher Artikel erschienen ist, der die Arbeit des Vereins würdigt. 

Darin heißt es u.a., dass der Verein mit europaweit fast 400 Mitgliedern zu den ­größten Vereinen der Region gehört und seit seiner Gründung nicht nur viel für die Erhaltung und Pflege des Friedhofs geleistet, sondern auch dazu beigetragen hat, aus dem historisch bedeutenden Ort ein kulturelles Highlight mit einer Ausstrahlung weit über Berlin und Brandenburg hinaus zu machen. 

Schon vor der Vereinsgründung hatte der Friedhofverwalter Olaf Ihlefeldt mit seinen Mitarbeitern begonnen, den während der Zeit der DDR verwilderten Friedhof wieder instand zu setzen. Seit 1991 hatte er außerdem in Eigenregie Konzerte, Führungen und Lesungen auf dem Friedhof veranstaltet. Mit der Vereinsgrünundung wurden diese Aktivitäten dann auf eine breitere Basis gestellt, sowohl, was die "manpower" betrifft als auch in Bezug auf die finanziellen Grundlagen. 

Zu Beginn gab es noch viele Probleme durch Vandalismus und Diebstahl (auch in diesem Blog wurde über den Kupferdiebstahl im Jahr 2011 berichtet, der zum Glück rasch aufgeklärt wurde). Das hat zum Glück nachgelassen und, seitdem das Gelände eingezäunt wurde, haben gibt es auch kaum noch Verwüstungen durch Wildschweine und andere Wildtiere. So können sich die Vereinsmitglieder ihren Hauptaufgaben widmen: Förderung des Denkmalschutzes, Herstellung und Verteilung von Broschüren, Sicherung der Brunnen, Bau von Unterständen, Veranstaltung von Führungen und Vorträgen sowie Konzerten, Betreuung des Infohäuschens im Eingangsbereich an Wochenenden, ­fachspezifischer Austausch mit internationalen Partnervereinen und vieles mehr. 

Zum Jubiläum wurde das bereits umfangreiche Veranstaltungsprogramm, das immer wieder viele Menschen auf dem Friedhof zusammenbringt, erweitert. Zum Beispiel findet am 31. August zum ersten Mal ein Klangspaziergang und Brunnenkonzert auf dem Friedhof statt. Und das bekannte Führungsangebot wird durch Fahrradführungen, abendliche und naturkundliche Rundgänge ergänzt. Den Höhepunkt bildete aber sicher das gut besuchte Jubiläumsfest im letzten Monat. Die kommenden Veranstaltungen finden sich natürlich noch auf der Website des Friedhofes.

Stadt und Tod

Weil ich leider im Augenblick kaum Zeit habe, kommt hier die Zusammenfassung der Herausgeber von einem sehr interessanten Themenheft, das man kostenlos herunterladen kann.

Gezeigt wir darin, dass die Beziehung zwischen Stadt und Tod durch das Zusammentreffen religiöser, hygienischer, technisch-industrieller und ästhetischer Diskurse geprägt ist. Die Beiträge konzentrieren sich auf den Tod unter Stadtbewohnern. Dazu gehören beispielsweise Stadtmagistrate oder religiöse Würdenträger, die in ländlichen Gebieten nicht in gleichem Maße vertreten waren. Die Toten werden als Teil der städtischen Umwelt verstanden. Dieses Umfeld bildet auch die Bühne für öffentliche Beisetzungen von Nationalhelden oder hochrangigen Politikern; die Art und Weise, wie diese durchgeführt werden und wie die Erinnerung an die Toten lebendig gehalten wird, entwickelt sich mit der städtischen Landschaft und drückt bestimmte Einstellungen und Werte aus. Der Tod und die Toten gehören untrennbar zur Stadt und müssen als zentraler Aspekt von Urbanität betrachtet werden. Reichtum, Status, Geschlecht, Alter und viele andere Aspekte, die für Stadtbewohner von entscheidender Bedeutung waren, spiegelten sich in der Art und Weise ihrer Bestattung wider. Die Beiträge dieser Sonderausgabe verstehen die städtischen Toten als Linse für die Stadtgeschichte im Allgemeinen. 

Beiträge: 
Martin Christ/Dieter Schott: Die Stadt und der Tod (Einleitung)

Norbert Fischer: Stadt, Friedhof und Natur: Zur Entwicklung landschaftlicher Friedhöfe im urbanen Raum vom 18. bis zum frühen 21. Jahrhundert 

Rüdiger Hachtmann: Zweierlei Tod in Berlin 1848 und 1849. Märzgefallene und Choleraopfer

Verena Kümmel: Die Stadt als Bühne öffentlicher Totenfeiern. Paris, London und Berlin

Benedikt Brunner: Sterben in der ‚Stadt ohne Gott‘. Säkularisierungsdeutungen, Urbanität und die Frage nach der Zukunft des christlichen Sterbens 

Carolin Kosuch: Die Ewige Stadt und der Tod im 19. Jahrhundert. Bestattungsorte Nichtreligiöser in Rom

Martin Christ: Die Etablierung des „Jewish Burial Ground“ in Wolverhampton, England
(1851) 

Bethany M Wade: A Cemetery Fit for a Cultured and Christian City: Religious Freedom, Cultural Diversity, and the Urban Landscape in the Late-19th-Century Spanish Caribbean

Dieter Schott: Leitrezension: Neue Perspektiven auf städtische ‚Todesräume‘ in der sozialwissenschaftlichen Forschung.  

Die Stadt und der Tod – Themenheft „Moderne Stadtgeschichte“, Jahrgang 2025, 1. Halbjahresband, Hrsg.: Martin Christ und Dieter Schott, Berlin 2025, 236 Seiten, mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen; ISSN: 2941-6159 online, kostenloser Download 

Mittwoch, 16. Juli 2025

transmortale XV - call for papers

Die 15. Tagung "transmortale - Neue Forschungen zu Sterben, Tod und Trauer" wird am 6./7. März 2026 im Museum für Sepulkralkultur (Kassel) stattfinden. 

Sie wird vom Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Kassel, und dem Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Hamburg in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Bestattungskultur veranstaltet und ist eine Präsenzveranstaltung. 

Am Freitagabend, 6. März, beginnt sie mit einem Kolloquium im Rahmen einer Buchpräsentation. Der Samstag, 7. März, steht – thematisch offen – Nachwuchswissenschaftler:innen zur Vorstellung ihres an Sepulkralkultur ausgerichteten Forschungsprojektes oder ihrer Qualifikationsarbeit zur Verfügung. Es können auch Vorschläge für Posterpräsentationen eingereicht werden. 

Die Auseinandersetzung mit dem Tod begleitet die Menschheit seit Anbeginn ihrer Tage. Er ist ein Problem der Lebenden, und deshalb weisen alle wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem (Zusammen-)Leben der Menschen befassen, auch Berührungspunkte zu Sterben und Tod, zu Abschied und Gedenken, zur Endlichkeit und zu den Versuchen auf, das Unvermeidliche zu bewältigen.
Die Themen Sterben, Tod und Trauer sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der fächerübergreifenden Forschung gerückt. Disziplinen wie Archäologie, Ethnologie, Kulturanthropologie oder Kunstgeschichte beschäftigen sich seit jeher mit Gräbern und Begräbnisplätzen. Inzwischen interessieren sich jedoch ganz unterschiedliche Disziplinen für den Wandel der Trauer- und Bestattungskultur, zum Beispiel die Soziologie, Psychologie, Geschichte, Medizin(-Ethik), Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Geschlechterforschung sowie Kultur- und Medienwissenschaften.
Der Workshop transmortale bietet eine Plattform für das Forschungsfeld Sterben, Tod und Trauer. Er richtet sich an junge Wissenschaftler:innen, die sich in der Abschlussphase einer Qualifikationsschrift befinden, aber auch an Postdocs und andere interessierte Forschende. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, neue Perspektiven zu entwerfen und sie in größerer Runde zu diskutieren. Ziel ist eine interdisziplinäre Auseinandersetzung, die empirische und theoretische Ansätze zusammenführt und einen intensiven Austausch eröffnet. 

Tagungssprache ist Deutsch, es sind aber auch englischsprachige Beiträge möglich. Für Referierende werden die Kosten für maximal eine Übernachtung und die Verpflegung während der Tagung übernommen.

Wer Interesse hat, sein Forschungsprojekt in einem Vortrag/einer Präsentation (max. 20 Minuten) oder in Form eines Posters vorzustellen, sendet seinen Themenvorschlag bitte bis zum 31. Oktober 2025 (mit Abstract von max. einer Seite inkl. Curriculum Vitae) an die folgende E-Mail-Adresse: niedermeyer@sepulkralmuseum.de

Der Tagungsort, das Museum für Sepulkralkultur, befindet sich in der Weinbergstraße 25-27, 34117 Kassel. 

Donnerstag, 26. Juni 2025

Kultur auf dem Friedhof

Die letzten beiden Ausgaben unserer Ohlsdorf-Zeitschrift befassen sich mit der Frage, welche kulturellen Ereignisse auf Friedhöfen stattfinden. 

Wir haben dafür Beiträge sowohl aus Deutschland wie aus dem benachbarten Ausland zusammengetragen. Beide Hefte kann man inzwischen auch auf der Website des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof nachlesen bzw. anschauen kann. Man kann sie aber auch gedruckt beim Förderkreis direkt bestellen. 

Im Schwerpunkt der Ausgabe 168/2025 berichten wir über die "Herbstmondnacht – Eine Reise durch die Endlichkeit" auf dem Friedhof Wismar, die aber auch schon auf anderen Friedhöfen stattgefunden hat. Außerdem geht es um das "Ohlsdorfer Friedensfest" und das "Mexikanische Totenfest auf dem Ohlsdorfer Friedhof: Neue Perspektiven
der Erinnerung".

 In der Folge-Ausgabe 169/2025 wird dann über "Kultur auf Wiener Friedhöfen" und das Jubiläum des Zentralfriedhofes im letzten Jahr berichtet; "Das Friedhof Forum – die schweizweit einzigartige Kulturinstitution über Leben und Tod" wird vorgestellt; in dem Beitrag "Der lebendige Friedhof – Friedhöfe als Orte der Verbindung" kommt der Direktor des Museums "Tot zover" in Amsterdam zu Wort und der langjährige Vertreter der Öffentlichkeitsarbeit auf den Zwölf-Apostel-Friedhöfen in Berlin berichtet von seinen spannenden Aktivitäten. 

Da gibt es viele Anregungen zu den Möglichkeiten, die Friedhöfe haben um die Menschen in ihrer Umgebung einzuladen und auf sich als besondere Kulturorte aufmerksam zu machen. 




Sonntag, 25. Mai 2025

Farbe auf dem Friedhof II

Im Oktober letzten Jahres habe ich hier schon etwas zum Thema Farbe auf dem Friedhof gepostet. Inzwischen habe ich dazu in der Friedhofkultur (Mai/ Juni 2025, S. 26-28) einen längeren Beitrag veröffentlicht. Weil dort aber nicht alle Fotos untergekommen sind, die eigentlich dazu gehören. Stelle ich den Text und alle Bilder hier noch einmal ein:

Farbe auf dem Friedhof

Schwarz gilt spätestens seit dem 19. Jahrhundert in Europa als die Farbe des Todes und der Trauer. Nicht nur die bürgerliche Trauerkleidung musste schwarz sein, auch auf den neuen parkartigen Friedhöfen wurden mit Vorliebe tiefschwarz polierte Grabmale aufgestellt, sofern man nicht den weiß leuchtenden italienischen Carrara-Marmor für Skulpturen und Reliefs wählte. Wenn das Geld für so kostbare Gesteine nicht ausreichte, so erhielten kleinere Grabmale wenigstens tiefschwarz eingefärbte Glasplatten als Träger von bildlichen Symbolen und Inschriften.
 

Schwarz-Schwedischer Obelisk, Buschey-Friedhof, Hagen
 
Trauernde aus weißem Marmor, Grabmal Dralle von Hans Damman 1913, Ohlsdorfer Friedhof Hamburg

Schwarze Glasplatte mit Engelsfigur, Grabstätte Roosen, Ohlsdorfer Friedhof Hamburg
Dass Grabmale in früheren Zeiten farbig gefasst sein konnten, war in dieser Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Tatsächlich aber wurden in Deutschland schon in der Römerzeit bunte Grabsteine aufgestellt. Im Jahr 1834 wurde im Landkreis Mainz-Bingen ein Grabmal aus der Zeit der römischen Besatzung gefunden, dessen Farbfassung fast vollständig erhalten war. Aufgestellt worden war es für den Kelten Silius, der als Soldat gedient hatte. Dank eines zeitgenössischen Aquarells ist die Farbigkeit gut dokumentiert, während das Grabmal heute aufgrund von Wind und Wetter nur noch die Steinansicht zeigt. An vielen weiteren Grabmalen aus dieser Zeit sind Farbreste festgestellt worden bzw. historisch überliefert. Dementsprechend wurde auch die Nachbildung der Stele für den römischen Offizier Marcus Caelius im Römermuseum Xanten farbig gefasst.

Sonntag, 4. Mai 2025

Kulturen der Trauer und des Todes - eine Tagung in Hamburg

"Kulturen der Trauer und des Todes in Geschichte, Gegenwart und Zukunft" war die Tagung im berühmten Aby-Warburg-Haus überschrieben, die vom 28. Februar und 1. März dieses Jahres stattfand. Geleitet wurde sie von PD Dr. Thorsten Benkel vom Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Passau und Prof. Dr. Norbert Fischer vom Institut für Empirische Kulturwissenschaft an der Hamburger Universität. 

Im Begleittext zum Programm heißt es, dass der gesellschaftliche Umgang mit Sterben und Tod als klassischer Bezugspunkt gilt, um die Entstehung und Bedeutung kultureller Praktiken nachzuvollziehen. Dabei handele es sich einerseits um einen hochspezifischen und überdies krisenhaften Handlungskontext und andererseits gäben die Verhaltensweisen im Kontext des Lebensendes Auskunft über die vorherrschenden kulturellen Muster. Damit seien an ihnen auch, und gerade, Informationen zur Lebensführung und zu sozialen Veränderungen ablesbar. 

Erinnerungsmal für Seebestattete, Struckanungshörn auf Nordstrand (Foto Leisner 2025)
Die Veranstaltung war zugleich Jahrestagung 2025 des "Arbeitskreises Thanatologie" in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. 

Das Vortragsprogramm begann nach der Begrüßung mit Norbert Fischer, der den Titel "Lost at Sea? Über Seebestattung und neue Trauerkultur" gewählt hatte. Er stellte die Veränderungen der Geschichte der Seebestattung vor, die in Form von Urnenbestattungen in Norddeutschland inzwischen eine beliebte Beisetzungsart ist. Durch den Umstand, dass der Beisetzungsort dabei nicht zugleich wie das Grab an Land ein leicht aufzusuchender Gedenkort ist, hat sich in den letzten Jahren eine Veränderung der räumlichen Muster entwickelt, bei der neuartige Erinnerungsorte entlang der Küsten entstanden sind. 

Freitag, 2. Mai 2025

Zwei Friedhofsjubiläen in Bremen

Mausoleum Schmiedell, Riensberger Friedhof (QuelleVon Joern M - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,)
Die beiden Bremer Friedhöfe Riensberg und Walle  feiern in diesem Jahr kurz hintereinander ihr 150-jähriges Bestehen. Der Umweltbetrieb Bremen (UBB) lädt für Riensberg am 10.  und für Walle am 17. Mai 2025 jeweils zu einer Jubiläumsveranstaltung ein. 

In Riensberg gibt es als Festveranstaltung am Nachmittag Kurzvorträge und Reden in der Kapelle und dazu ein kreatives Begleitprogramm für Groß und Klein, bei dem Steinmetze, Gärtnereien und andere Ausstellende ein buntes, Mitmach-Programm anbieten. Außerdem kann man an Friedhofsführungen teilnehmen. Es gibt dabei sowohl berührende Geschichten und Poesie, aber man kann auch auf einer vogelkundlichen Führung die vielen kleinen Sänger auf dem Friedhof kennen lernen. Abends findet dann ein Cellokonzert mit Lesung in der Kapelle statt. Dort hat außerdem die Kunstinstallation TRANSITUM von Anke Bär und Beate C. Koehler Raum gefunden und es gibt eine Ausstellung zum Kolumbarium, das heute als edle Begräbnisstätte dient. Zudem kann man am "Baum der Hoffnung" einer frisch gepflanzten jungen Eiche Wünsche für die Zukunft anvertrauen und es gibt einen Treffpunkt mit Café - Bereich. Musikalisch wird der Tag von der Flötistin Jette Beyer begleitet.
Als eine weitere Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums ist zur Zeit auf der Website des Umweltbetriebs Bremen eine Führung zum Thema "Bremer Frauen" am 11. Juni angekündigt. 

Eine Woche später am 17. Mai beginnt das Jubiläumsprogramm in Walle ebenfalls am Nachmittag mit Kurzvorträgen und Reden in der Kapelle und mit dem schon bekannten kreativen Begleitprogramm, sowie thematisch gleichen Führungen. Zu den das Thema "3 Stationen bewegte Leben" hinzukommt, zu drei Stätten, die vom Mut, dem Kampf um soziale Gerechtigkeit und vom Überleben in Gewalt und Verfolgung erzählen. Abends dann gibt es ein Konzert mit meditativen Klänge mit orientalischen Einflüssen. Auch der Baum der Hoffnung findet sich auf diesem Friedhof wieder, ebenso wie das Café und die musikalische Flötenbegleitung. 

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums sind eine Mausoleumsführung am 1. Juli und eine Führung zu Grabstätten von Bremer Frauenrechtlerinnen am 21.9. Auch hier werden möglicherweise weitere Programmpunkte noch später angeboten, die dann von der Website abgerufen werden können.

Wiener Abschiedskultur - Tradition trifft Zukunft

Pressemitteilung:

Von 10. bis 17. Mai 2025 laden die Bestattung Wien und Friedhöfe Wien im Rahmen der Schwerpunktwoche „Wiener Abschiedskultur. Tradition trifft Zukunft.“ zu einem vielfältigen Programm ein. Mit dieser Schwerpunktwoche wollen sie Einblick in jene Bereiche ihrer
Arbeit geben, die über das Offensichtliche hinausgehen. 

Im Mittelpunkt einer Reihe von kostenlosen
Veranstaltungen stehen Themen wie Vorsorge, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Trauerarbeit,
neue Bestattungsformen sowie der Einsatz digitaler Technologien im Umgang mit Tod und
Erinnerung. „Friedhöfe sind mehr als eine Begräbnisstätte. Sie sind Orte der Begegnung, der
Erinnerungskultur und der ökologischen Vielfalt. Mit der Schwerpunktwoche möchten wir
zeigen, welche zentrale Rolle Bestattungswesen und Friedhöfe heute in einer modernen
Stadtgesellschaft einnehmen – als kulturelle, soziale und ökologische Akteure, die weit über
ihre traditionellen Aufgaben hinauswirken“, so Renate Niklas, Geschäftsführerin der
Friedhöfe Wien GmbH.

Donnerstag, 20. März 2025

150 Jahre Feuerbestattung - Update

Über die Themenausgabe der Fachzeitschrift "bestattungskultur" zum Jubiläum der Feuerbestattung hatte ich vor kurzem hier berichtet. Inzwischen habe ich erfahren, dass damit der Anfang zu einem Langzeitprojekt gemacht worden ist, das der Bestatterverband zusammen mit der Stiftung Deutsche Bestattungskultur entwickelt. Ausgewählte Beiträge der Ausgabe sind jetzt noch einmal in einer gesonderten Broschüre mit dem Titel "Tradition mit Zukunft. 150 Jahre Feuerbestattung in Deutschland" gesammelt worden. 

Cover der Broschüre 

Außerdem gibt es eine gleichnamige Wanderausstellung zur Geschichte der Feuerbestattung, die deutschlandweit ausgeliehen und gezeigt werden kann. Sie besteht aus 13 Roll-ups, die schnell aufgebaut und flexibel in unterschiedlichen Räumlichkeiten platziert werden können. Darauf finden sich neben Großbildern auch kurze Erläuterungen zur Geschichte der Feuerbestattung von den Anfängen bis heute. Dazu gibt es Informations- und Begleitmaterial. Die Ausleihe ist kostenfrei, bis auf die Kosten des Rückversands.

Weitere Veranstaltungen sind geplant: so auf der BEFA FORUM 2026 in Düsseldorf und im Jahr 2028 eine mehrtägige Veranstaltung in Gotha zum Abschluss des Projekts. Dann feiert das dortige älteste Krematorium Deutschlands sein 150-jähriges Bestehen.

Infos dazu werden dann jeweils auf der Website und in den Social-Media-Kanälen des Bundesverbands der Bestatter verbreitet.

Samstag, 25. Januar 2025

Friedhofsausstellung und Vorträge in Dresden

 Hier ein kurzer Hinweis darauf, dass in Dresden in Kürze eine Ausstellung zum Thema Friedhöfe eröffnet wird https://www.zfbk.de/ und https://www.zfbk.de/programm/ausstellung-friedhof/:




Donnerstag, 23. Januar 2025

transmortale XIV - Tagungsprogramm 2025

        

Kinderbuch von Wolf Erlenbuch "Ente, Tod und Tulpe" (Foto Leisner)
  "transmortale XIV - neue Forschungen zum Thema Tod" ist als Tagung ein Kooperationsprojekt. In diesem Jahr findet die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität in Bielefeld, Professorin Dr. Lena Hoffmann und der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendmedienforschung (ALEKI) der Universität zu Köln, Professorin Dr. Maren Conrad, statt.

Der erste Tag, der 21. März, widmet sich dem Thema „Tod und Trauer in der Kinder- und Jugendliteratur“.  Der zweite Tag, der 22. März, bietet eine thematisch offene Plattform für Nachwuchswissenschaftler*innen, um ihre Forschungsprojekte oder Qualifikationsarbeit zum Thema Tod vorzustellen, was eine breite Vielfalt an Perspektiven und wissenschaftlichen Ansätzen ermöglicht.

Programm Freitag, 21. März 2025
9.00 – 10.30 Uhr             Inputvortrag:
Prof. Dr. Lena Hoffmann, Bielefeld / Prof. Dr. Maren Conrad, Köln: „Tod und Sterben in der Kinder- und Jugendliteratur in historischer Perspektive und in der Gegenwart“.
Teilnahme kostenlos.
11.00 – 15.00 Uhr und 15.00 Uhr – 18.00 Uhr     Geschlossene Veranstaltung: Workshop I & II: (je 3-stündig / im Wechsel – Achtung: begrenzte Teilnahmemöglichkeit, gesonderte Anmeldung erforderlich bei Lea Bachmann lbachma9@smail.uni-koeln.de, Teilnahme kostenlos) Dr. Franziska Trapp: „Tod und Theater – Inszenierung und Transformation von Bilderbüchern zu szenischem Spiel im Unterricht“ / Ayse Bosse: „Das Potenzial von Kinder- und Bilderbüchern für Trauerarbeit und Trauerbegleitung im Unterricht“.
12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause
18.00 – 19.30 Uhr Öffentliche Veranstaltung: „Krankheit und Tod im Comic“. Lesung am Abend mit der Comickünstlerin Josephine Mark zu „Murr“ und „Trip mit Tropf“. Eintritt frei.

Dienstag, 14. Januar 2025

Neue Schauplätze der Trauer

Norbert Fischer und Simon J. Walter (Hrsg.), Neue Schauplätze der Trauer. Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes, Düsseldorf 2025, 162 Seiten

Hier eine Information für alle, die in oder in der Nähe von Hamburg wohnen: Am Montag, 7. April 2025, 15.00 Uhr findet die Öffentliche Buchvorstellung dieser Publikation durch die Herausgeber Norbert Fischer und Simon Walter auf dem Ohlsdorfer Friedhof im Forum Ohlsdorf (Cordeshalle) statt. Veranstalter sind der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V., die Hamburger Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft e.V. und die Stiftung Deutsche Bestattungskultur. Der Eintritt ist frei, für Getränke wird gesorgt. Um formlose Anmeldung wird gebeten, unter: norbertfischer@t-online.de

Mit dem Buch „Neue Schauplätze der Trauer“ thematisieren die Herausgeber eine öffentliche Erscheinungsform der Trauer, die sich seit den 1990er Jahren immer häufiger in spontanen Gedenkstätten außerhalb von Friedhöfen manifestiert. Die Autorinnen und Autoren dieses Buches gehören dabei teilweise zu den Studierenden der Empirischen Kulturwissenschaft an der Universität Hamburg.

Am Anfang der Beiträge steht ein Rückblick auf öffentliche Gedenkorte aus älteren Zeiten. Klein- und Flurdenkmäler, also zum Beispiel Bildstöcke und Sühnesteine, erinnern besonders im süddeutschen Raum noch heute an Unglücksfälle oder Mordtaten in vergangenen Jahrhunderten und prägen so die Kulturlandschaft. Oft wird dort zum Gebet für die Toten aufgerufen und es werden Blumen niedergelegt oder Kerzen entzündet, also rituelle Trauerhandlungen ausgeführt, die auch heute noch an Trauerorten aktuell sind. Die darauf folgenden Beiträge stellen dann Schauplätze vor, die erst in neuerer Zeit entstanden sind. In ihnen manifestiert sich Trauer und Gedenken in sehr unterschiedlichen Gestaltungsweisen. So wird dem Konzept der Trauerhaltestelle nachgegangen, die erstmals auf dem Ohlsdorfer Friedhof eingerichtet worden ist. Dieser spezielle und neuartige Ort für das öffentliche Gedenken bietet explizit die Möglichkeit, private Trauer um einen Verlust in Form von Text, Bild oder Gegenständen anonym und für einen – wetterbedingt – begrenzten Zeitraum der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Freitag, 3. Januar 2025

150 Jahre Feuerbestattung in Deutschland

Das Jubiläum hat schon im letzten Jahr stattgefunden, aber ich hatte keine Zeit zum Berichten. Deswegen kommt heute erst der Hinweis auf die Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Bestattungskultur, die sich ganz diesem Thema widmet. Und ein Hinweis in eigener Sache: Ein Beitrag von mir ist auch darin zu lesen. 

Aber der Reihe nach: Der Leitartikel von Norbert Fischer geht unter dem Titel "Zur Kulturgeschichte der Feuerbestattung und Krematorien" auf die Revolution im Bestattungswesen vor 150 Jahren ein, deren Auswirkungen eigentlich erst in den letzen den 25 Jahren immer deutlicher auf den Friedhöfen zu spüren sind. Simon Walter schreibt aus der Sicht der Bestattungsbranche über die Tradition und ihre Zukunft. Martin Stein berichtet über die letzte Reise der Lady Dilke, die als erste 1874 in einem "wissenschaftlichen Experiment" in Sachsen kremiert wurde. Dort war damals wie in allen deutschen Ländern die Feuerbestattung noch nicht gesetzlich erlaubt - in Sachsen geschah das erst 1906. Inken Gaukel beschreibt den mühevollen Weg von der ersten Initiative bis zu Bau des Krematoriums in Stuttgart. Darauf folgt mein Artikel über die Aschenbeisetzungen von ihren Anfängen bis zur Gegenwart.